Au-pair in Europa oder Übersee


Neunkirchen,

Ca. 60% aller Schulabsolventen haben noch keine konkrete Vorstellung von ihrem weiteren Ausbildungsweg und entscheiden sich dafür eine bestimmte Zeit im Ausland zu verbringen um sich über ihre weiteren Ziele klar zu werden und natürlich auch um einen Bonus in Ihrem Lebenslauf zu verzeichnen. Auslandserfahrungen gehören heute schon fast zu Standardausbildung von jungen Leuten und eröffnen viel versprechende Perspektiven auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Es gibt inzwischen vielfältige Möglichkeiten einen Auslandsaufenthalt zu gestalten, sodass jeder für sich, je nach Voraussetzungen und Interessen, die geeignete Form finden kann.

Eine der attraktivsten und gleichzeitig kostengünstigsten Alternativen intensive interkulturelle Erfahrungen zu sammeln, stellt ein Au-pair-Aufenthalt dar. Den Alltag inmitten der Gastfamilie zu erleben ermöglicht ein unverfälschtes Eintauchen in die Kultur und Lebensweise des Gastlandes sowie das praktische Erlernen der Landessprache.

Das Au-pair-Konzept ist wohl das Programm mit der längsten Tradition und hat sich so bewährt, dass die Zahl der Au-pair-Aufenthalte ständig ansteigt. Eingebunden in die Struktur und den Rückhalt einer Familie lernt man hier die Welt aus einem neuen Blickwinkel kennen und eröffnet sich neue Horizonte. Au-pair ist jedoch kein Urlaub und kein Schüleraustausch. Andererseits sind Au-pairs keine Hausangestellten und keine Kindermädchen. Das Prinzip „Auf Gegenseitigkeit“ sollte von beiden Seiten erkannt und praktiziert werden.

Die Entscheidung für das geeignete Gastland fällt oft nicht ganz leicht. Zunächst müssen entsprechende Informationen gesammelt und selektiert werden um für sich das geeignete Ziel zu finden.

Hier ein Überblick über die Möglichkeiten:

Europa
Im Europäischen Ausland sind die Au-pair-Richtlinien im „Europäischen Au-pair-Abkommen“ verankert. Nicht alle Länder haben dieses Abkommen ratifiziert, die Rahmenbedingungen gelten jedoch europaweit als Standard.

Voraussetzungen für Au-pair-Bewerberinnen und –Bewerber:

  • Alter: 18 bis 27 (je nach Gastland auch bis 30 Jahre)
  • Ledig und kinderlos
  • Grundkenntnisse der Landessprache des Gastlandes
  • Nachweisliche Erfahrungen in der Kinderbetreuung

Die Leistungen der Gastfamilie:

  • Freie Verpflegung und Unterbringung im eigenen Zimmer innerhalb der Gastfamilienwohnung
  • Monatliches Taschengeld 220 bis 280 EURO (je nach Gastland)
  • Integration in die Familie
  • Mindestens ein Tag in der Woche frei (muss mindestens einmal im Monat ein Sonntag sein)
  • Möglichkeit zum Besuch eines Sprachkurses sowie kultureller Veranstaltungen

Die Gegenleistung des Au-pairs:

  • Mithilfe bei der Kinderbetreuung und im Haushalt
  • Wöchentliche Arbeitszeit 30 Stunden sowie gelegentliches Babysitten am Abend


USA
Das Au-pair-Programm in den USA ist in allen Einzelheiten staatlich geregelt. Die Bedingungen wie z.B. Arbeitszeit, Taschengeld, Teilnahme an Weiterbildungskursen, etc. sind immer gleich und müssen von allen Vermittlungsagenturen in diesem Rahmen angeboten werden. Eine Au-pair-Tätigkeit in den USA darf nur mit gültigem „J-1 Visum“ aufgenommen werden. Dieses Visum erhält man ausschließlich über eine der, vom „Department of State“ zugelassenen, Organisationen. Nach erfolgter Vermittlung meldet diese Organisation die Daten der Gastfamilie und der Au-pair-Bewerberin bzw. des –Bewerbers elektronisch an das zuständige Konsulat und stellt eine Zulassungsbescheinigung aus. Erst wenn dies erfolgt ist, kann das Visum beantragt werden.

Voraussetzungen für Au-pair-Bewerberinnen und –Bewerber:

  • Alter: 18 bis 26 Jahre
  • Ledig und kinderlos
  • Gute Englischkenntnisse
  • Führerschein
  • Nachweisliche Erfahrungen in der Kinderbetreuung
  • Guter Gesundheitszustand


Die Leistungen der Gastfamilie:

  • Freie Verpflegung und Unterbringung im Einzelzimmer
  • Wöchentliches Taschengeld in Höhe von US$ 139,-
  • Freier Hin- und Rückflug (mit geringer Selbstbeteiligung)
  • Basis-Krankenversicherung
  • Zuschuss zu Weiterbildungskursen

Gegenleistung des Au-pairs

  • Alleinverantwortliche Kinderbetreuung an 45 Stunden pro Woche


Kanada
Kanada hat kein Au-pair-Programm. Es gibt also keinen legalen Weg in Kanada als Au-pair-Beschäftigte bei einer Gastfamilie zu arbeiten.
Eine Alternative ist das „Live-in Care-Giver Program“. Die Regelung für dieses Angebot sind mit dem Berufsbild eines Kindermädchens zu vergleichen. Die Arbeitsbedingungen sind tariflich geregelt und vom Arbeitgeber (der Familie) sind alle Sozialabgaben abzuführen.

Voraussetzungen für die Bewerberinnen und Bewerber:

  • Alter: ab 19 Jahre
  • Schulbildung: mindestens 12 Schuljahre äquivalent zum „Grade 12“ des kanadischen Schulsystems.
  • Ausbildung in einem pädagogischen oder pflegerischen Beruf oder mindestens 6 Monate Vollzeitbetreuung von Kindern im Alter der Gastfamilienkinder.
  • Gute Englisch- bzw. Französischkenntnisse
  • Ledig und kinderlos
  • Guter Gesundheitszustand


Leistungen der Gastfamilie:

  • Freie Verpflegung und Unterbringung im Einzelzimmer
  • Tarifliche Gehaltszahlung (abhängig von den Tarifbestimmungen der jeweiligen Provinz)
  • Krankenversicherung nach 3 Monaten


Gegenleistung des Care-Givers

  • Alleinverantwortliche Betreuung der Kinder
  • Arbeitszeit je nach Provinz zwischen 40 und 46 Wochenstunden


Australien
Auch Australien bietet kein offizielles Au-pair-Programm an. Es gibt jedoch die Möglichkeit mit einem „Holiday Working Visum“ einzureisen und sich bei einem der Stellenvermittlungsbüros („Job-Office) vor Ort in eine au-pair-ähnliche Position bei einer Gastfamilie vermitteln zu lassen. Das Arbeitsverhältnis darf nicht über eine Beschäftigungszeit von 3 Monaten hinausgehen und die Entlohnung ist auf ein geringes Taschengeld beschränkt. Bestandteil des „Holiday Working Visums“ ist der regelmäßige Besuch von Sprachunterricht an anerkannten Sprachinstituten oder Colleges.

Einige deutsche Agenturen bieten Vermittlungsprogramme für Australien an, die den Sprachunterricht und die Unterbringung in den ersten Tagen nach Ankunft, bis eine Anstellung gefunden ist, beinhalten. Flugbuchung und Visumsantrag sind i.d.R. nicht Bestandteil des Angebotes.

Neuseeland
Wie in Australien gibt es auch in Neuseeland keinen offiziellen Weg als Au-pair bei einer Gastfamilie zu leben. Auch hier ist die Einreise nur mit einem speziellen Studentenvisum und nur in Verbindung mit einem Sprachschulbesuch möglich.

Auch für Neuseeland werden von manchen Agenturen Kombinationsprogramme angeboten, die mittelfristige Beschäftigungen bei Gastfamilien zur Kinderbetreuung oder Farmarbeit zusammen mit einem Schulbesuch beinhalten. Die Kosten dafür sind relativ hoch.

Insgesamt ist der finanzielle Aufwand für diese au-pair-ähnlichen Aufenthalte in Australien und Neuseeland hoch und entspricht deshalb nicht ganz dem klassischen Au-pair-Gedanken. Neben der Finanzierung des Fluges müssen auch die Kosten für den Sprachunterricht getragen werden. Demgegenüber steht nur eine geringe Entlohnung.


Ein Au-pair-Aufenthalt im Ausland ist nicht nur eine ideale Überbrückungsmöglichkeit zwischen Schulabschluss und Berufsausbildung bzw. Studium, er bietet auch jungen Berufstätigen im Alter zwischen 18 und 27 Jahren die Möglichkeit, sich noch mal ganz neu zu orientieren und mit nahezu perfekten Sprachkenntnissen ihres Gastlandes und dem Bonus der Auslandserfahrung bessere Chancen für eine erstrebenswerte Berufskarriere wahrzunehmen.

Allerdings sollte sich jeder, der einen Au-pair-Aufenthalt anstrebt vorher fragen, ob er sich dem verantwortungsbewussten und liebevollen Umgang mit Kindern und deren selbständiger, aktiver Betreuung gewachsen fühlt und bereit ist sich in eine zunächst fremde Kultur und Familie zu integrieren.

Susanne Caudera-Preil

Inhaberin der Agentur AU-PAIR interconnection, Vorstandsvorsitzende des gemeinnützigen Vereins GoAmerica e.V., Autorin des Buches „Als Au-pair ins Ausland“

Informationen zur Au-pair Agentur "AU-PAIR interconnection" finden Sie hier:

Informationen zum Verein GoAmerica e.V. finden Sie hier:

Informationen zur Au-pair Versicherung für den Au-pair Aufenthalt im Ausland finden Sie hier:

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