Dengue-Fieber: Wie Mücken einen Virus in der Welt verbreiten

Im Maracana-Stadion in Rio de Janeiro wird das Endspiel der Fußball-WM ausgetragen.

Im Maracana-Stadion in Rio de Janeiro wird das Endspiel der Fußball-WM ausgetragen. Internationale Großveranstaltungen tragen auch zur Verbreitung des Dengue-Virus bei. Foto: (cc) Érica Ramalho/Governo do Rio de Janeiro

Neunkirchen, 16.04.14

Am 12. Juni startet die Fußball-WM in Brasilien, allein aus Deutschland werden Zehntausende Besucher erwartet. In einigen brasilianischen Bundesstaaten wie Bahia, wo auch das deutsche Team spielt, tritt gehäuft Dengue-Fieber auf. Fußballfans sollten sich nicht nur im Stadion so gut wie möglich vor Mückenstichen schützen.

Die Krankheit
Dengue kommt vor allem in wärmeren Regionen der Erde vor und ist die häufigste Viruserkrankung, die aus den Tropen nach Deutschland gebracht wird. Die Krankheit wird auch Dandy-Fieber oder wegen der schweren Schmerzen auch Knochenbrecher-Fieber genannt. Dengue-Viren gehören zur Familie der Flavi-Viren und lassen sich in vier Untergruppen, DENV-1 bis DENV-4, einteilen.

Wie stark ist das Dengue-Fieber verbreitet?
Dengue-Fieber bedroht zurzeit etwa die Hälfte der Weltbevölkerung. Jährlich kommt es nach Schätzungen der WHO zu 50 bis 100 Millionen Erkrankungen, 500.000 schweren Krankheitsverläufen und 22.000 Todesfällen. Die Zahl der Erkrankungen stieg in den vergangenen Jahren um das 30-Fache. In Deutschland registrierte das Robert-Koch-Institut im vergangenen Jahr 879 mitgebrachte Dengue-Infektionen, zehnmal so viele wie noch 2001. Schwere Verläufe sind jedoch selten.

Wie wird das Dengue-Fieber übertragen?

Hauptüberträger von Dengue-Viren sind die Gelbfiebermücke und die asiatische Tigermücke, die ihren Wirkungsraum in den letzten Jahren auf Europa ausgedehnt hat. Die Mücken stechen den ganzen Tag über, besonders in den Morgen- und Abendstunden. Die Übertragung erfolgt durch infizierte Weibchen. Die Mücken selbst können sich beim Blutsaugen an einem erkrankten Menschen anstecken. Mückenweibchen können den Erreger direkt an ihre Nachkommen weitergeben.

Wo sind die Risikogebiete?

Dengue-Fieber kommt im tropischen und subtropischen Raum vor. Vor allem in Lateinamerika, Zentralafrika, Indien, Südostasien, Teilen des Pazifiks und im Süden der USA kann es zu Fällen von Dengue-Fieber kommen. Durch die Erderwärmung kann es zukünftig auch in Teilen Europas zu Infektionen kommen. Vereinzelte Ansteckungsfälle gab es bereits 2010 in Kroatien und Südfrankreich.

Wie kann man vorbeugen?

Die Mücken leben vor allem in der Umgebung menschlicher Besiedlung. So verbreiten sie das Dengue-Virus besonders im städtischen Raum. Sie legen ihre äußerst widerstandsfähigen Eier in der Nähe von kleinen Wasseransammlungen ab, z.B. in Eimern, Flaschen, alten Autoreifen oder Regentonnen. Eine Schutzimpfung gibt es nicht. Die einzige Möglichkeit zur Vorbeugung ist ein guter Mückenschutz: Lange Kleidung, am besten mit Insektizid imprägniert, oder mückenabwehrende Mittel senken das Risiko, gestochen zu werden. Nachts ist ein Moskitonetz sinnvoll. Die Tiere meiden klimatisierte Räume.

Welche Symptome sind typisch?
Im klassischen Fall tritt innerhalb weniger Tage nach der Infektion hohes Fieber auf. Typisch sind stärkste Muskel-, Gelenk- und Knochenschmerzen, häufig auch Kopfschmerzen. Es kann zu Übelkeit, Appetitlosigkeit, Durchfällen, Husten sowie rötlicher Färbung der Haut oder Nasen- und Zahnfleischblutungen kommen. Üblicherweise klingen alle Symptome im Verlauf einer Woche ab.

Dengue-Schock-Syndrom
Vom Dengue-Schock-Syndrom sind vor allem Kinder betroffen. Es macht insgesamt etwa ein bis fünf Prozent aller Fälle aus. Die Muskel-, Gelenk- und Knochenschmerzen können hier fehlen. Nach wenigen Tagen kommt es zu einer plötzlichen Verschlechterung mit Blutungen, insbesondere im Hautbereich. Es kann zu Bluterbrechen und blutartigem Stuhlgang sowie Nasen- und Zahnfleischbluten kommen. Durch Flüssigkeits- und Blutverlust droht ohne Therapie ein lebensgefährlicher Schock mit Kreislaufversagen.

Wenn man erkrankt ist
Mit Blutuntersuchungen lässt sich einen Verdacht bestätigen. Im Laufe der Erkrankung sind Antiköper im Blut nachweisbar. Außerdem kann im Blutbild die Zahl der Blutplättchen stark abfallen. Die Diagnose muss nach dem Infektionsschutzgesetz an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet werden.

Was hilft?
Eine ursächliche Therapie gibt es nicht. Ärzte empfehlen bestimmte schmerz- und fiebersenkende Medikamente. Wirkstoffe, die sich auf die Blutgerinnung auswirken – Acetylsalicylsäure, also Aspirin – sollten nicht eingenommen werden. Verläuft die Krankheit schwerer, muss eine rasche Krankenhauseinweisung erfolgen. Infusionen können einen Schockzustand verhindern, in einigen Fällen sind Blutkonserven oder ein Aufenthalt auf der Intensivstation nötig.

Reiseversicherung übernimmt Behandlungskosten

Sollte es doch zu einer Ansteckung mit dem Dengue-Fieber oder zu einer anderen Krankheit oder Unfallverletzung kommen, hilft im Ausland eine Reisekrankenversicherung. Sie übernimmt nicht nur die Behandlungskosten vor Ort, sondern sorgt auch für einen sicheren Krankenrücktransport.

Hier finden Sie eine interaktive Karte mit den weltweiten Risikogebieten.

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