Dreck, kaltes Essen und Baulärm - was tun bei Reisemängeln?

Beweise sichern bei Baulärm im Urlaub

Wer den Reisepreis später mindern will, muss eine Lärmbelästigung am Urlaubsort genau dokumentieren. Foto: Gabi Schoenemann/pixelio.de

Neunkirchen, 08.10.15

Wer mit Urlaubsleistungen unzufrieden ist, sollte dies direkt beanstanden. Bei einer Pauschalreise mit Flug, Unterkunft, etc. können alle Mängel beim Reiseveranstalter reklamiert und Entschädigung verlangt werden. Um Ansprüche geltend zu machen, ist die Beschwerde vor Ort nur der erste Schritt für enttäuschte Urlauber.

"Der Sommer war sehr groß" − der berühmte Vers aus Rilkes "Herbsttag" trifft in diesem Jahr auf weite Teile Mitteleuropas zu. Nun fallen die Blätter, die Tage werden kürzer. Haben Sie im Urlaub alles gut angetroffen und entsprach er den Ankündigungen des Veranstalters? Oder mussten Sie sich über Reisemängel ärgern? Was kann man tun, wenn das Hotelzimmer schmutzig, das Essen ungenießbar oder der versprochene Tennisplatz nicht vorhanden ist?

Am Urlaubsort
Bei einer Beanstandung ist direkt die Reise- oder Hotelleitung zu informieren. Wägen Sie ab, ob eine angebotene Kompensation für Sie zufriedenstellend ist. Wenn Sie ein Angebot annehmen, haben Sie nach der Rückkehr geringe Ansprüche auf Entschädigung. Wer auf Nummer sicher gehen will, versendet noch vom Urlaubsort einen ausführlichen Beschwerdebrief per Einschreiben an den Veranstalter. Statt schon konkrete Forderungen zu stellen, sollte man ein Angebot des Reiseveranstalters abwarten. Formulieren Sie aber unmissverständlich, dass Sie aufgrund der Mängel eine Minderung des Reisepreises verlangen.
Wer nicht an den Veranstalter schreibt, sollte die Mängel vor Ort von anderen Mitreisenden schriftlich bestätigen lassen, um später einen Nachweis in Händen zu halten. Deshalb hilft es auch Fotos oder Videos zu machen sowie Prospekte oder Screenshots der im Internet beschriebenen Unterkunft aufzubewahren. Bei einem Prozess kommt es häufig auf Einzelheiten an: So gilt es bei einer Lärmbelästigung darzulegen, wie viele Bauarbeiter zu welchen Zeiten an welchen Baumaschinen in welcher Entfernung zum Hotel gearbeitet haben. Dokumentieren Sie also alles möglichst genau.

Nach der Rückkehr
Wenn Sie Mängel geltend machen wollen, muss das innerhalb eines Monats nach der Rückkehr erfolgen. Nach Eingang der Reklamation sollte der Reiseveranstalter bestätigen, dass er die Angelegenheit prüft. Wer nach vier bis sechs Wochen keine Reaktion erhält, muss noch einmal nachhaken. Nach zwei Jahren verjähren die Ansprüche von Urlaubern. Während der Überprüfung ist diese Frist unterbrochen. Wer einen ablehnenden Bescheid vom Veranstalter erhält, muss rasch entscheiden, ob er dagegen klagen möchte. Manche Veranstalter bieten auch Reisegutscheine zur Wiedergutmachung an. Allerdings sind Reisende nicht verpflichtet diese anzunehmen und können auf ihrer Geldforderung bestehen.

Frankfurter Tabelle
Urlauber sollten sich keine überhöhten Vorstellungen von ihren Rückforderungsansprüchen machen. Die sogenannte Frankfurter Tabelle bietet eine Orientierungshilfe, für welche Reisemängel wie viel Preisnachlass in der Regel gewährt wird. In der Liste werden Reisemängel aufgeführt und zwar in den vier Bereichen Unterkunft, Verpflegung, Transport und Sonstiges. Zu Letzterem gehören die Infrastruktur des Feriendomizils, also u. a. Schwimmbad, Strand, Läden und Besichtigungsreisen. Die Frankfurter Tabelle wurde von der 24. Zivilkammer des Frankfurter Landgerichts entwickelt und gilt als Referenz über die Höhe von Reisepreisminderungen.

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