Gefährliche Tiere? Das Wildschwein

Gefährliche Tiere? Das Wildschwein

Das Schwarzwild ist eine wertvolle, einheimische Wildtierart, die es nicht zu bekämpfen, sondern zu erhalten gilt. Foto: (cc) Nuuuuuuuuuuul/flickr.com


Neunkirchen,
Im Herbst sind Wildschweine besonders aktiv. Wenn Bucheckern und Eicheln von den Bäumen fallen, futtern sie sich ihren Winterspeck an. Die Wahrscheinlichkeit, dass einem beim Waldspaziergang ein Wildschwein oder gar eine ganze Rotte begegnet, ist in den letzten Jahren gestiegen. Dank gutem Futterangebot und milder Winter ist das Schwarzwild in vielen Teilen Europas auf dem Vormarsch. Wildschweine haben keine natürlichen Feinde und pflanzen sich reichlich fort. Sie richten zum Teil großen Schaden auf Feldern und in Gärten an. Deswegen werden sie in manchen Regionen gnadenlos bejagt. Aber können sie auch dem Menschen gefährlich werden?

Äußere Merkmale
Wildschweine sind stattliche Tiere. Ausgewachsene Keiler wiegen bis zu vier Zentner, die Bachen bringen ein bis zwei Zentner auf die Waage. Die Kopf-Rumpf-Länge der Borstentiere beträgt bis zu 180 cm. Wildschweine haben sehr lange, nach außen wachsende Eckzähne, die beim Keiler Gewehre oder Waffen (im Unterkiefer) und Haderer (im Oberkiefer) genannt werden. Die Eckzähne der Bache heißen Haken. Die Waffen des Keilers machen ihrem Namen alle Ehre, da sie messerscharf sind. Das Schwein reißt mit den Eckzähnen den Boden auf.

Lebensraum
Mit Ausnahme der skandinavischen Länder kommt das Schwarzwild in ganz Europa vor, außerdem in Nordafrika und vereinzelt im asiatischen Raum. Wildschweine leben in größeren Waldgebieten mit sumpfigem Dickicht. Tagsüber ruhen sie in Bodenmulden (Kesseln). Hier bringen sie auch die Frischlinge zur Welt. Die so genannten Wurfkessel errichten die Bachen allerdings mit besonders großem Aufwand, da die Jungen hier auch im Winter warme Temperaturen vorfinden müssen.

Sozialstruktur
Bei den Wildschweinen herrscht ein ausgeprägtes Matriarchat. Einmal im Jahr (März bis April) wirft die Bache vier bis acht gestreifte Frischlinge, um die sie sich liebevoll kümmert. Mit ihren Frischlingen und den vorjährigen Jungen schließen sich manchmal auch mehrere Bachen zu einer Rotte zusammen. Die Rotte, die aus bis zu 20 Schweinen besteht, wird von einer Leitbache angeführt: Diese kümmert sich um die Fortpflanzung und den Nachwuchs und verteidigt die Rotte gegen alle Arten von Bedrohungen. Alte Keiler führen oft ein Einzelgänger-Dasein. Wildschweine sind ausgesprochen intelligent. Wenn sie nicht überfahren oder erschossen werden, können sie über 20 Jahre alt werden.

Nahrung
Wildschweine sind Allesfresser, wobei der Anteil an tierischer Nahrung nur etwa 10 Prozent beträgt. Sie fressen Gräser, Klee, Löwenzahn, Eicheln, Bucheckern, Pilze, Fallobst, Maronen, Rüben, Brennnesseln, Mais und Kartoffeln. Was sie nicht mögen, sind Kastanien. Darüber hinaus verzehren sie Würmer, Schnecken, Insekten und Larven; auch mal eine Maus oder einen Vogel, der sein Nest auf dem Boden hat, wie beispielsweise die Lerche. Wildschweine haben einen sensiblen Geschmacks- und Geruchssinn. Sie können sogar einzelne Apfel- oder Kartoffelsorten unterscheiden.

Besucher auf Feldern und in Gärten
Mit ihrer kräftigen Schnauze und den langen Eckzähnen durchwühlen Wildschweine Kartoffel-, Rüben- und Getreidefelder und richten zum Teil großen Schaden an. Sie brechen den Boden regelrecht auf, und wenn sie in einen Garten eingefallen sind, ist der am anderen Morgen kaum wiederzuerkennen. Schützen kann man sich davor nur durch spezielle Zäune (Elektrozaun, Mattenzaun, Wildschutzzaun). Um die Wildschweine gar nicht erst anzulocken, sollte man den Komposthaufen nicht am Ende des Gartens zum Wald oder Feld hin platzieren. Für alle Wildtiere gilt, dass man sie niemals anfüttern darf. Erschließen sie andere Nahrungsquellen als ihre natürlichen, prüfen sie diese regelmäßig. Wildschweine werden mitunter auch in Städten gesichtet. Da siegt die Bequemlichkeit: Eine Mülltonne umzuwerfen, ist deutlich leichter als im Waldboden nach Essbarem zu schnüffeln.

Flucht oder Verteidigung

Grundsätzlich sind Wildschweine scheue und friedliche Tiere. Sie weichen dem Menschen im Allgemeinen aus. Dank ihres ausgesprochen guten Geruchssinns können sie Menschen und andere Tiere bis auf 300 Meter Entfernung wittern. Ebenfalls hervorragend ausgebildet ist ihr Gehörsinn. Ein Wildschwein hört einen Menschen, lange bevor es ihn sieht. Wildschweine greifen nie ohne Grund an, sondern ziehen die Flucht vor. So sind sie meist verschwunden, bevor wir sie überhaupt zu Gesicht bekommen. Nur wenn sie Junge führen, verletzt sind oder sich verfolgt fühlen, können sie gefährlich werden.

Verhalten bei Begegnungen mit Wildschweinen
Trifft man bei einem Waldspaziergang auf einen Kessel, sollte man aufpassen. Mit einem Hund ist besondere Vorsicht geboten: Er sollte an der Leine geführt werden. Wenn man doch aus Versehen ein Wildschwein aufgestöbert hat, gilt es Ruhe zu bewahren. Man entfernt sich am besten langsam und ohne Hast in die entgegengesetzte Richtung. Weil es eine Bache mit Frischlingen sein könnte, sollte man niemals näher an das Schwarzwild herangehen oder es gar in die Enge treiben. Auf jeden Fall sind Respekt und Wachsamkeit angebracht: Jedes Tier verhält sich wild und aggressiv, wenn man es in eine beengende Situation bringt und erst recht, wenn man seine Mutterinstinkte weckt.

Gefahr von Wildunfällen
Wenn Wildschweine Autobahnen oder Bundestraßen queren, ereignen sich leider oft Unfälle. Passen Sie in Gebieten mit Wildwechsel die Geschwindigkeit an und beobachten Sie die Umgebung aufmerksam, ohne den Straßenverkehr dabei zu vernachlässigen. Nähert sich ein Wildschwein dem Straßenrand, sollte man auf jeden Fall bremsbereit sein. Wenn die Tiere bereits die Straße überqueren, so lassen Sie sie in gebührendem Abstand passieren. Bedenken Sie, dass ein Wildschwein selten allein kommt: Oft folgen noch Nachzügler dem Rest der Rotte.

Fazit
Wildschweine sind für den Menschen grundsätzlich nicht gefährlich. Sie fressen viele Insekten im Larvenstadium, die – einmal ausgeschlüpft – dem Wald und der Landwirtschaft große Schäden zufügen würden. Außerdem sorgen sie für einen gesunden Boden auf Wald und Flur. Das Schwarzwild ist eine wertvolle, einheimische Wildtierart, die es nicht zu bekämpfen, sondern zu erhalten gilt.

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