Mallorca – Die erste Reise „nach“ Corona

Wie ist es wirklich, wenn es in Zeiten der Covid-19-Pandemie wieder auf Reisen gehen soll? Sind die Hygienemaßnahmen ausreichend? Wie kompliziert sind die Abläufe im Flughafen und Hotel? Und ist das überhaupt Urlaub? Unsere Kollegin war eine der Ersten, die Mitte Juni mit ihrer kleinen Familie die Reise nach Mallorca wagte.  

Am Flughafen  

Es ist kaum vorstellbar, dass ein Normalbetrieb am Flughafen funktionieren kann. Beim Abflug in Düsseldorf wurde beim Check-In der Abstand gut eingehalten. Und natürlich herrscht Mund-Nasen-Schutz-Pflicht. Auch am Gate wurde die Abstandsregelung gut umgesetzt - jeder zweite Sitzplatz ist gesperrt. Damit es nicht zu eng wird, verteilen sich die Passagiere während der Wartezeit auf mehrere Gates. Bei einem regulären Betrieb wäre das wohl schon nicht möglich.

Das Boarding klappt gut, auch wenn es etwas länger gedauert hat; in der Maschine selbst hat es sich mit der Einhaltung der Abstandsregel etwas schwerer gestaltet. Der Flug war ausgebucht und alle Plätze besetzt. Laut der Crew besteht während des Fluges aufgrund der Luftzirkulation keine Ansteckungsgefahr. Jedoch sind nach der Landung in Palma wie gewohnt alle aufgesprungen, um ihr Handgepäck aus den Fächern zu holen. Hier war nichts mehr von einem Sicherheitsabstand zu merken. Doch bereits auf dem Rückflug war diese Situation besser geregelt. Hier wurde direkt zu Beginn darum gebeten das Handgepäck möglichst nur unter dem Vordersitz zu verstauen und die Passagiere wurden nach der Landung nach Reihen aufgerufen, um ihr Handgepäck aus den oberen Fächern zu nehmen und das Flugzeug zu verlassen. Es bedarf eben, wie überall, einer kleinen Lernphase. 

Was den Flug selbst angeht, sind die Einschränkungen es bei einer Kurzstrecke wie auf die Balearen, gut zu ertragen. Mit die auffälligsten Änderungen sind die Mundschutzpflicht, außer beim Essen oder Trinken, sowie die dauerhafte Öffnung der Luftdüsen über dem Sitz, um die Sitznachbarn trotz des geringen Abstandes zu schützen.  

Abstandsregelungen und Gesundheitskontrolle

Insgesamt ist die Abstandsregelung, abgesehen von der Zeit im Flugzeug, recht gut umsetzbar. An den Pool im Hotel darf nur eine begrenzte Anzahl an Urlaubern. Es herrschen Einbahnstraßensysteme an Ein- und Ausgängen, an der Rezeption und am Buffet. Überall, wo Reisende anstehen müssen, sind Bodenmarkierungen für den Sicherheitsabstand. In den Aufzug dürfen immer nur eine Person bzw. eine Familie. Das Hotel durfte nur zur Hälfte belegt werden, wodurch sich die Leute sehr gut verteilen konnten. Ob das wirtschaftlich tragbar ist, bleibt abzuwarten. In diesem Jahr öffnen bei großen Ketten teilweise nur ein Bruchteil der Hotels, wie unsere eine Sprecherin der Zafiro-Kette bestätigte.  

Etwas mehr Bürokratie gehört auch zum Corona-Urlaub. Bereits im Flieger füllt man ein zweiseitiges Formular aus (persönliche Daten, die Unterkunft während des Aufenthaltes, den Grund der Reise und Gesundheitsfragen). Am Flughafen selbst wird mehrfach kontrolliert: Neben den Pässen wird vor allem Fieber gemessen und es muss ein weiteres Dokument mit Fragen und Daten für das Gesundheitsamt ausgefüllt werden. Einmal während des Aufenthalts wurden die Reisenden durch das Gesundheitsamt kontaktiert und befragt.  

Ab ins Hotel  

Der Transit zum Hotel wird auch weiterhin mit Bussen geschehen. Im Testurlaub wurde nur jede zweite Busreihe besetzt. Auch hier bleibt die Frage nach den Kosten, wenn die doppelte Anzahl an Bussen benötigt wird.  

Das Hotel selbst bietet einen Online-Check-In per App, sodass nur noch die Zimmerschlüssel an der Rezeption abgeholt werden.  

Vor jedem Essen wurde am Eingang Fieber gemessen. Das Buffet war mit einem Einbahnstraßensystem geregelt. Jeder musste sich am Eingang die Hände desinfizieren und Plastikhandschuhe anziehen. Bei jedem Buffetgang mussten die Handschuhe desinfiziert und während der gesamten Zeit im Restaurant getragen werden. Nur während des Essens selbst durfte man Handschuhe – und natürlich den Mundschutz - ablegen. Der bekannte „Self-Service“ ist deutlich abgespeckt. Die warmen Speisen werden von Mitarbeitern, welche hinter den Buffets standen, angereicht. Auch das Thema Müllvermeidung wird durch die Hygienemaßnahmen schwieriger: Viele Lebensmittel wurden nur abgepackt angeboten und es gibt mehr Wegwerfprodukte.

Am Pool wird sich zeigen, wie die Umsetzung mit mehr Urlaubern funktioniert. Aktuell wurde alles, was von Reisenden berührt wurde, direkt von Hotelangestellten desinfiziert (jede Liege, die Duschen, sogar die Poolleitern). Es herrschte auch hier Mund-Nasenschutzpflicht. Die Masken dürfen auf der Liege und im Pool abgenommen werden. Insgesamt war es eine sehr entspannte Situation, da einfach wenig Urlauber vor Ort waren. Ebenso am Strand. Aktuell gab es weder Strandliegen, noch Sonnenschirme oder Duschen.    

Quer über die Insel  

Mallorca ist nicht nur Strand und Meer, sondern bietet auch viel Kultur. Wer keinen Mietwagen hat, nimmt sich ein Taxi. Zwischen Taxifahrer und der Rückbank war eine Schutzabtrennung und es herrscht Maskenpflicht. Touristenhotspots, wie bspw. Die Kathedrale von Palma, waren so leer, wie man es sonst nie erlebt. Einheimische besuchen die eigenen Sehenswürdigkeiten wohl eher selten. Innerhalb der Stadt waren wieder mehr Menschen unterwegs. Insgesamt war es aber definitiv ruhiger und leerer, als man Palma sonst kennt. Geschäfte und Cafés waren fast alle geöffnet. Wenn man nicht um die Situation wüsste, würde man es wirklich genießen: Es war sehr angenehm sorgenfrei in der Stadt zu bummeln und einen Kaffee zu trinken.  

An der Playa waren einige Geschäfte und Restaurants noch geschlossen. Vereinzelte Läden hatten geöffnet. Die Hotelangestellten waren sehr froh, dass endlich wieder Touristen kommen dürfen, und auch die Besitzer von Restaurants und Bars welche auf Touristen angewiesen sind, zeigten sich erfreut.  

Abends war die Strandpromenade überraschend sehr belebt. Einheimische waren mit ihren Kindern und Familien spazieren. Manche picknickten am Strand. Eine Gruppe junger Männer spielte Fußball am Strand. In Bars saßen Einheimische und genossen ihren Feierabend. Das war vielleicht das „wahre“ Mallorca, wie es ohne den Massentourismus sein könnte. Aber ob die Insel dann überleben würde?  

Was bleibt…  

Trotz Verbesserungspotential an der ein oder anderen Stelle (z.B. im Flugzeug) sieht unsere „Testurlauberin“ das Reisen in Zukunft optimistisch, da die meisten Menschen achtsam sind und aufeinander Rücksicht nehmen. Reiseveranstalter und Fluggesellschaften optimieren laufend ihre Prozesse. Einen wichtigen Beitrag leistet definitiv die Digitalisierung. Kontaktlose und Online-Buchungen oder Käufe verringern die Infektionsgefahr.

Ob und wie stressig es bei vollen Flugplänen am Flughafen wird, bleibt abzuwarten. Je entspannter sich die Reisenden verhalten, umso besser und reibungsloser können die Abläufe am Airport und im Hotel funktionieren. So auch das Feedback der Mitreisenden. Einige wurden in ihrem engeren Umfeld (von Freunden und Familie) für die Reise kritisiert. Trotz kleiner Sicherheitsbedenken, wie z.B. vor dem Flug, war jeder froh, diese Reise gemacht zu haben, da man sich auch hierzulande im Alltag nicht vor allem schützen kann.  

Vielen war es gerade jetzt sehr wichtig, im Urlaub gut versichert zu sein. So wurden die Unterlagen der Reisekrankenversicherung vor der Reise bewusst nochmal durchgecheckt, um sicherzustellen, dass eine Pandemie im Krankheitsfall mitversichert ist und die Versicherung insbesondere auch bei Corona einspringt. Hierzu kann man auch bei dem Versicherungsunternehmen anrufen und gezielt nachfragen. Das erhöht die Sicherheit und lässt einen entspannter in den Urlaub starten.  

Die meisten Reisenden haben das Hygienekonzept als sehr gut empfunden. Es liegt auch künftig an den Urlaubern, dieses einzuhalten und aufeinander acht zu geben, auch wenn das bedeutet vielleicht an der ein oder anderen Stelle etwas mehr Zeit einzuplanen. Alle, die gefragt wurden, würden wieder reisen. Reisen ist möglich, es verändert sich, aber ist deswegen nicht weniger schön.


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