Projekt des Monats - Geflüchtete Studierende in Kirkuk

© TERRA TECH / Schmetz

Neunkirchen, 21.06.17

Erwartungsvoll richten sich 27 Augenpaare auf Imad Matti. Abu Durayd, wie er genannt wird, ist eine Respektsperson – nicht nur aufgrund seine physischen Präsenz, sondern vor allem aufgrund seines Einsatzes. Er selbst beschreibt sich als Vater, Mutter und Lehrer für über 680 geflüchtete Studierende aus Mossul. Diese jungen Menschen unterstützt er seit 2013 im Auftrag der chaldäischen Kirche in Kirkuk.

Heute sitzen wir mit ihm und 25 männlichen Studenten im Garten eines Wohnheims und freuen uns auf das gemeinsame Abendessen. Die Jungen haben für uns gekocht, gebraten und gegrillt.

Wir, das sind meine Kollegin Leonie und ich, von der deutschen Organisation TERRA TECH. Seit 2013 engagieren wir uns für Geflüchtete in Kirkuk. Damals entstand der Kontakt zu Dr. Yussif Thomas Mirkis, dem Erzbischof der chaldäischen Kirche in Kirkuk und Sulaimaniyah. Wie Bischof Mirkis beschreibt, nahm allein Kirkuk rund 750.000 Flüchtende auf. Dies stellte die Stadt, ihre Bewohner sowie soziale Einrichtungen vor große Herausforderungen. In den Anfängen halfen Bischof Mirkis und sein Team vor allem mit der Verteilung von Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs. Auch den Zugang zu medizinischer Hilfe konnten sie Dank einer kleinen Klinik auf dem Kirchengelände sicherstellen. Schon bald kristallisierte sich aber eine weitere Gruppe an Hilfsbedürftigen heraus: die jungen Studierenden aus Mossul.

Diese Studierenden waren gezwungen Mossul zu verlassen, um ihr Leben zu schützen. Die Flucht bedeutete auch den Verlust ihres Studienplatzes. Die Möglichkeit, das Studium in Kirkuk fortzusetzen, bietet den Studierenden eine Perspektive. Anstatt die Region zu verlassen und einer ungewissen Zukunft als Flüchtender in einem anderen Land entgegenzublicken, können sie sich auf ihre berufliche Bildung konzentrieren. Gut ausgebildete junge Menschen sind eine wichtige Grundlage, um das Land wieder aufzubauen, nachdem der bewaffnete Konflikt beendet ist.

Die Dankbarkeit und Lebensfreude, die wir beim heutigen gemeinsamen Abendessen erfahren dürfen, belegt den Erfolg des Projekts. Trotz der schrecklichen Erfahrungen und der verschiedenen religiösen Hintergründe leben die Jungen wie Brüder zusammen. Und wie junge Menschen ihres Alters albern sie über Themen wie Studium und das gemeinsame Zusammenleben während sie darauf warten, dass Imad Matti das Buffet für eröffnet erklärt.

Von Christian Schmetz

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