Projekt des Monats - Perspektiven schaffen für Flüchtlinge in Marokko

Frau mit Kopftuch stickt

Sticken gehört mit zur Berufsausbildung


Neunkirchen,

Marokko ist für afrikanische Flüchtlinge ein wichtiges Transitland auf dem Weg nach Europa. Aufgrund der restriktiven Grenz- und Einwanderungs-Politik der EU sowie der Gefahren der Überfahrt über das Mittelmeer bleibt vielen der Traum in das sichere Europa verwehrt.

Ohne Perspektive auf Einkommensmöglichkeiten leben die meisten Flüchtlinge in großer Armut. Arbeitslosigkeit, Gewalt, Drogenkonsum gehören zum Alltag. Hinzu kommt, dass sie in der Regel von den Einheimischen abgelehnt werden. Sie sind alltäglich Gewalt und Diskriminierungen ausgesetzt. Die Rückkehr in ihre Heimat ist keine Alternative und so bleiben die Flüchtlinge dauerhaft in Marokko hängen.

EIRENE engagiert sich seit 2015 vor Ort für eine bessere Integration der Menschen. Ziel ist es, Perspektiven für Flüchtlinge in Marokko zu schaffen und gleichzeitig die gegenseitige Wertschätzung zwischen Flüchtlingen und MarokkanerInnen zu fördern.

Zusammen mit der Fondation Occident Orient betreiben sie in Rabat und fünf weiteren Städten Marokkos Bildungs- und Begegnungszentren für Flüchtlinge und MigrantInnen. Dort erhalten die Flüchtlinge Rechtsberatung bei der Beantragung von Asyl, Hilfen bei der Wohnungssuche, Kleidung sowie Sprachförderung. Im Detail bieten sie juristische und psychosoziale Beratung und Begleitung von Flüchtlingen, um deren rechtliche und soziale Stellung zu verbessern. Neben diesen aufwändigen und kostenintensiven Bemühungen gibt es auch ungewöhnlichere Aktivitäten, welche die Integration fördern sollen. In Theater- und Tanzworkshops, gemeinsam mit Flüchtlingen und MarokkanerInnen, wird versucht soziale Spannungen und Vorurteile abzubauen.

Besonders schwer haben es geflüchtete Frauen. Sie haben schon allein aufgrund ihres Geschlechts weniger Rechte und Einkommensmöglichkeiten in Marokko. Vielen bleibt zum Überleben lediglich die Prostitution oder das Betteln. Daher betreibt die Stiftung zusätzlich ein Schneideratelier, das geflüchteten Frauen eine Arbeit und eine Ausbildung zur Schneiderin bietet. Derzeit sind dort 12 Flüchtlingsfrauen beschäftigt, die bereits Erfahrungen im Schneidern und Sticken haben. Nach der Ausbildung soll ihnen der Weg in die Selbstständigkeit ermöglicht werden. So konnte bereits eine Frau, die in dem Schneideratelier "Migrants du Monde" ihre Ausbildung absolviert hat, sich als Näherin in Rabat selbstständig machen. Das Atelier selbst hat bereits zweimal eine Auszeichnung für gelungene Integrationsarbeit erhalten: 2013 den "Europa-Mittelmeer-Award für Dialog zwischen den Kulturen" und im November 2014 den "de Performance Interculturelle" der österreichischen Botschaft.

Unterstützt werden die Bemühungen sowohl von einer Fachkraft als auch von einer Freiwilligen von EIRENE. Diese hilft mit beim Verkauf der Kleider und betreut den Onlineshop. Weiterhin arbeitet sie mit der Kindergruppe von FOO, in der Flüchtlingskinder betreut werden (Erfahrungsbericht aus Rabat).

Aber auch finanziell wird Hilfe benötigt. Nähmaterial (Stoffe, Garne, Nadeln, Anprobepuppen etc.) für die Schneiderausbildungen ist immer knapp, obwohl es "nur" pro Monat 50 Euro kostet. Das Honorar eines Rechtsanwaltes, der Flüchtlinge berät, beläuft sich auf 100 Euro. Und auch die Workshops müssen finanziert werden. Doch es ist Hilfe, die ankommt und schon einiges bewirkt hat: So konnte 2015 etwa ein Drittel mehr an Kleidern verkauft werden und die Nachfrage nach den Angeboten der Hilfsorganisation steigt weiter.

Mehr Informationen und wie man helfen kann, steht auf der Projektseite von EIRENE.

©EIRENE Internationaler Christlicher Friedensdienst e.V.

EIRENE Internationaler Christlicher Friedensdienst e.V.
Engerser Straße 81
56564 Neuwied
Tel.: +49 (0)2631 8379-0
E-Mail: eirene-int@eirene.orghttp://www.bezev.de/

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Für das Projekt des Monats können sich Organisationen in der Entwicklungszusammenarbeit bewerben. Jeden Monat stellen wir ein Hilfsprojekt auf unserer Website sowie in unseren Social Media-Kanälen vor.

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