Serie: Gefährliche Tiere

Foto: nilob/sxc.hu

Neunkirchen, 23.04.13

Wer viel reist, erlebt viele Überraschungen. Und die sind nicht immer nur angenehm. In fernen Ländern trifft man mitunter auf eine Tierwelt, die unerwartete Gefahren bergen kann. Oder aber viel harmloser ist, als Sie glauben. In dieser Reihe überprüfen wir Mythen auf ihren Wahrheitsgehalt. So erfahren Sie, welchen Tieren Sie mit gehörigem Respekt begegnen sollten.


Diesmal: Blutsauger auf La Gomera?


Wenn es dunkel wird, kommt die Zeit der Fledermäuse auf La Gomera. Tief fliegen sie über die Köpfe der schlafenden Camper am Strand hinweg. Lautlos begeben sie sich auf die Suche nach einer nächtlichen Mahlzeit. Und manchmal verirrt sich ein Exemplar sogar in eine der vielen Ferienwohnungen. Können Fledermäuse dem Menschen gefährlich werden? Wir haben nachgeforscht - und spannendes herausgefunden!


Der Mythos


Fledermäuse beflügeln seit jeher die Fantasie der Menschen. Ihr leiser Flug, ihre nachtaktive Lebensweise und ihre dämonenhafte Physiognomie inspirierten Schriftsteller zu Schauergeschichten. Bis heute haben die fliegenden Säugetiere ein schlechtes Image. Beißen sie Menschen im Schlaf und saugen mit spitzen Zähnchen ihr Blut?


Die Realität


Die Fledermäuse auf La Gomera verbringen die Tage geschützt im Dunkel der Steinhöhlen. Und in der Nacht? Wir haben beobachtet, wie sie tief über die Köpfe der Camper am Strand hinweg fliegen. Und wir haben gehört, dass Höhlenbewohner oder Urlauber im Schlafzimmer ihrer Ferienwohnung auf La Gomera mitunter nachtaktiven Fledermäusen begegnen.


Tatsächlich handelt sich bei diesen Flugakrobaten um Insektenfresser. Fledermäuse, die sich von Blut ernähren, kommen ausschließlich in Südamerika sowie einigen südlichen Staaten der USA vor. Selbst dort gehören Menschen nicht zu ihren bevorzugten Opfern.


Zu einem Biss kann es selbst in europäischen Gefilden kommen, wenn ein Tier sich plötzlich bedroht fühlt. Zum Beispiel durch einen schnellen Griff an den Vorhang, in den es sich verirrt hat. Dann setzt es in Ausnahmefällen seine Zähne zur Verteidigung ein.


Wie bei jedem Tierbiss können auch Fledermäuse dabei Krankheiten übertragen. Eine Tollwut-Infektion ist dabei die zugleich seltenste und größte Gefahr. Zuletzt ist im Herbst 2002 ein Naturschützer in Schottland nach einem Fledermausbiss an Tollwut gestorben. Häufiger ist die Übertragung von Viren, die beim Menschen Masern, Mumps, Lungen- oder Hirnhautentzündungen sowie Erkältungskrankheiten verursachen können. Einer Infektion mit den sogenannten Fledermaus-Lyssaviren erlag in Australien im Februar 2013 ein achtjähriger Junge.


Wie können Sie sich schützen?


Zur Beruhigung: Da Fledermäuse in aller Regel keine Menschen angreifen, ist es auf La Gomera und in den meisten anderen Gegenden der Welt nicht nötig, besondere Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Nur wer beruflich mit Fledermäusen zu tun hat, sollte dabei Handschuhe tragen und sich vorsorglich gegen Tollwut impfen lassen.


Was tun im Ernstfall?


Sollten Sie unglücklicherweise gebissen worden sein, reinigen Sie die Wunde mit Wasser und Seife. Achten Sie in den folgenden Tagen auf eventuell auftretende Krankheitssymptome und weisen Sie im Zweifelsfall Ihren Arzt auf den Fledermausbiss hin. Wir empfehlen, die Fledermaus, wenn irgend möglich, in Ihrer Obhut zu behalten. Bei einem Infektionsverdacht muss sie untersucht werden .

 

Ärzte und Apotheken auf La Gomera

 

In jedem Fall sollten Sie vor Ihrem Urlaub eine Reisekrankenversicherung abschließen.

 

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