Von einem Transportfahrzeug überfahrenes Reisegepäck - reiseversicherung.com

Von einem Transportfahrzeug überfahrenes Reisegepäck

Amtsgericht München, Urteil vom 05.10.2018 (Az.: 111 C 12296/18)

Zusammenfassung

Urlauber haben keinen Anspruch auf Schadensersatz, insofern die Bedingungen für einen Versicherungsfall des Reisegepäckversicherungsvertrags nicht bestehen.

1. Ausgangslage

Bei einer Urlauberin kam es am letzten Tag des Urlaubs während des Transfers vom Hotel zum Flughafen Antalya zu einem Schadensfall. Der Mitreisende lagerte sein eigenes Gepäck im Kofferraum von seinem Mietwagen und fuhr dann zur Hoteleinfahrt. Die Klägerin wartete dort mit ihrem Gepäck, welches vor einer Sitzbank abgestellt war. Das am Boden gelagerte Gepäck wurde vom Mitreisenden nicht gesehen und demzufolge mit dem rechten Vorderreifen überfahren. Hierdurch sei ein Kleidersack im Wert von 2.500 €, eine Aktentasche im Wert von 500 € und eine Montblanc Füllfeder im Wert von 760 € beschädigt worden. Vor Antritt der Reise, im Februar 2016, wurde ein Reiseversicherungsvertrag über eine Versicherungssumme von maximal 2.000 € mit der Beklagten abgeschlossen. Anfang November 2017 wurde die zehntätige Reise in die Türkei angetreten. Kurz darauf, am 10. November 2017, wurde der Gepäckschaden per E-Mail eingereicht. Daraufhin folgte am 25. November 2017, ein Schadensformular in Höhe von 3.760 €. Die Beklagte lehnte einen Ausgleich des Schadens am 22. Januar 2018 ab.

2. Die Klage

Die Beklagte wurde auf die Zahlung eines Schadens in Höhe von 3.760 € verklagt.

3. Das Urteil

Das Amtsgericht München gab der Klägerin Unrecht.

4. Die Begründung

Die Voraussetzungen für einen Versicherungsfall entsprechend der zu Grunde liegenden Bedingungen, des Reisegepäckversicherungsvertrags wurden nicht erfüllt. Ansprüche aus dieser Reisegepäckversicherung bestehen, wenn das mitgeführte Reisegepäck während der Reise verloren geht oder beschädigt wird. Gründe dafür wäre die Straftat eines Dritten, ein Unfall des Transportmittels und Feuer- oder Elementarereignisse. Die Straftat durch einen Dritten wird ausgeschlossen, da nicht von einer strafbaren fahrlässigen Sachbeschädigung des Mitreisenden ausgegangen werden könnte. Um einen Unfall handele es sich auch nicht, da eine plötzliche Einwirkung von außen mit mechanischer Gewalt auf das Transportmittel fehle. Die Beschädigung erfolgte lediglich durch die Einwirkung durch das Transportmittel auf das Gepäck und nicht von außen. Keines dieser Gründe trifft in diesem Fall zu, weshalb der beschriebene Sachverhalt zu keinem Versicherungsfall deklariert werden kann. Außerdem seien die eigenen Feststellungen der Klägerin zur Schadenshöhe Anschaffungspreise. Es wurde kein entsprechender Abschlag vorgenommen.

Alle Entscheidungen dienen der Information und stellen keine Rechtsberatung dar. Die Darstellung der Gerichtsurteile erfolgt ohne Gewährleistung, Ansprüche können daraus nicht abgeleitet werden.

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