Urteile Reiserücktritts­versicherung

Reiserücktritts­versicherung über Kreditkarte nicht mehr gültig

Kammergericht Berlin, Urteil vom 31.1.2018 (Az.: 6 U 115/17)

Wenn zwischen Kreditkartenunternehmen und Reiserücktrittsversicherer seit längerem kein Versicherungsvertrag mehr besteht, hat der Kreditkartenbesitzer keinen Anspruch auf Versicherungsleistung.

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Reiserücktritt bei unerwarteter Wirbelkörperfraktur

Landgericht Düsseldorf, Urteil vom 7.11.2017 (Az.: 9 S 42/17)

Eine Wirbelkörperfraktur kann auch bei einer bestehenden Osteoporose-Erkrankung unerwartet sein. Als unerwartet im Sinne einer Reiserücktrittsversicherung gelten Erkrankungen, die aus subjektiver Sicht eines Versicherten nicht vorhersehbar sind.

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Ferienwohnung: Mietverhältnis oder Time-Sharing?

Bundesgerichtshof, Urteil vom 14.6.2017 (Az.: IV ZR 161/16)

Eine Reiserücktrittsversicherung kann auch für das Nutzungsrecht an einer Ferienwohnung (Time-Sharing) gelten. Dies ist der Fall, wenn Ferienwohnungen explizit als Beispiel für versicherte Mietleistungen genannt werden.

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Reiserücktritt bei Schulwechsel

Amtsgericht München, Urteil vom 29.3.2017 (Az.: 273 C 2376/17)

Ein Schulwechsel oder der Beginn eines Stipendiums stellt keinen Wechsel des Arbeitsplatzes dar. Es handelt sich daher nicht um einen versicherten Grund im Rahmen einer Reiserücktrittsversicherung.

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Reiserücktritt wegen Erkrankung des Blindenhundes

Amtsgericht München, Urteil vom 11.11.2016 (Az.: 191 C 17044/16)

Muss ein Blinder wegen einer Erkrankung seines Blindenhundes eine Reise stornieren, hat er keinen Anspruch auf Erstattung der Stornokosten durch seinen Reiserücktrittskosten-Versicherer, wenn ein solcher Fall nicht konkret in den Versicherungsbedingungen eingeschlossen ist.

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Reiserücktritt bei bevorstehendem Tod eines Angehörigen

Amtsgericht Hamburg, Urteil vom 26.10. 2016 (Az.: 17a C 261/16)

Anders als der bereits eingetretene Tod ist der bevorstehende Tod ungewiss. Deshalb tritt mit dem zu erwartendem Tod eines Angehörigen nicht der Versicherungsfall einer Reiserücktrittsversicherung ein.

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Reiserücktritt wegen Nierenversagens

Amtsgericht München, Urteil vom 30.8.2016 (Az.: 159 C 5087/16)

Eine Klausel in den Allgemeinen Reisebedingungen, wonach keine Leistungspflicht für bei der Reisebuchung bestehende Krankheiten und deren Folgen festgeschrieben wird, den Versicherten unangemessen benachteiligt und unwirksam ist.

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Reiserücktritt: irreführende Werbung

Landgericht München, Urteil vom 17.8.2016 (Az.: 3 HK O 3505/16)

Ein Versicherer darf mit der Aussage, alle anfallenden Stornokosten würden übernommen, nur werben, wenn dies auch tatsächlich eingehalten wird.

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Reiserücktritt: unverzügliche Stornierung einer Reise

Landgericht Hamburg, Urteil vom 16. 10. 2015 (Az.: 306 O 351/14)

Wenn der behandelnde Arzt keine Bedenken gegen eine Reise einige Wochen nach einer Operation hat, muss der Reisenden eine Reise nicht stornieren, um seiner Schadenminderungspflicht nachzukommen.

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Reiserücktritt nach dem Tod des Partners

Amtsgericht München, Urteil vom 20. 8. 2015 (Az.: 233 C 26770/14)

Wird beim Tod des Lebenspartners eine gemeinsame Reisebuchung nicht unverzüglich storniert, ist die Reiserücktrittsversicherung nicht zur Übernahme der Stornokosten verpflichtet.

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Höhe der Stornokosten bei Pauschalreisen

Bundesgerichtshof Karlsruhe, Urteil vom 12.12.2014 (Az.: X ZR 85/12, X ZR 13/14, X ZR 147/13)

Reiseveranstalter dürfen keine pauschalen Stornierungskosten verlangen, sie müssen vielmehr genaue Gründe für die Höhe der Stornogebühren angeben.

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Reiserücktritt nach unerwarteter Wiederaufnahme einer Chemotherapie

Landgericht Köln, Urteil vom 7.11.2013 (Az.: 24 S 15/13)

Ob eine Erkrankung unerwartet ist, beurteile sich aus Sicht des Versicherungsnehmers, so das Landgericht Köln. Entscheidend ist, wie der Versicherungsnehmer, auf der Grundlage der Einschätzung der behandelnden Ärzte, seine gesundheitliche Lage zum Zeitpunkt der Reisebuchung beurteilt.

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Reiserücktritt wegen Bauchspeicheldrüsenkrebs

Amtsgericht Wiesbaden, Urteil vom 17.12.2013 (Az.: 93 C 2924/12)

Bei der Auslegung von Bedingungen einer Reiserücktrittsversicherung ist auf die subjektive Sicht des Versicherungsnehmers abzustellen. Er kann sich dabei an den Aussagen seines Arztes orientieren.

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Reiserücktritt nach Online-Check-in

Amtsgericht München, Urteil vom 30.10.2013 (Az.: 171 C 18960/13)

Der Online-Check-in stellt versicherungsrechtlich nicht den Anritt der Reise dar. Versicherungsschutz aus einer Reiserücktrittsversicherung gilt deshalb bis der Reisende am Flughafen eincheckt oder sein Gepäck am Schalter abgibt.

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Reiserücktritts­versicherung per Kreditkarte

Amtsgericht München, Urteil vom 14.8.2013 (Az.: 242 C 14853/13)

Gilt eine Reiserücktrittsversicherung über einen Kreditkartenanbieter nur dann, wenn der Reisepreis mit der Karte bezahlt wird, ist damit der Gesamtpreis gemeint. Wird ein Teil der Rechnung überwiesen - zum Beispiel die Anzahlung - tritt die Versicherung nicht in Kraft.

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Reiserücktritt nach Selbstausdruck der Bordkarte

Amtsgericht Bremen, Urteil vom 4.7.2013 (Az.: 10 C 508/12)

Das Ausdrucken der Bordkarte am heimischen Computer stellt versicherungsrechtlich nicht den Anritt der Reise dar. Versicherungsschutz aus einer Reiserücktrittsversicherung gilt deshalb bis der Reisende am Flughafen eincheckt oder sein Gepäck am Schalter abgibt.

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Reiserücktritt eines Berufssoldaten

Amtsgericht München, Urteil vom 27.6.2013 (Az.: 264 C 7320/13)

Ein Berufssoldat, der zu einem Auslandseinsatz abkommandiert wird und deswegen eine Reise stornieren muss, hat keinen Anspruch auf Leistungen aus einer Reiserücktrittsversicherung.

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Reiserücktritt aufgrund einer psychischen Erkrankung

Amtsgericht München, Urteil vom 12.6.2013 (Az.: 172 C 3451/13)

Die Klausel einer Reiserücktrittsversicherung, dass psychische Erkrankungen nicht als versichertes Ereignis eingeschlossen sind, ist nicht überraschend und ist deshalb rechtmäßig und gültig.

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Reiserücktritt bei Impfunverträglichkeit

Oberlandesgerichts Karlsruhe, Urteil vom 16. 5. 2013 (Az.: 12 U 184/12)

Ein Versicherter muss bei einer bestehenden Allergie nicht auf eine Impfunverträglichkeit schließen: Von einer Hühnereiweißallergie muss er nicht auf die  Unverträglichkeit einer Gelbfieberimpfung schließen. Eine Impfunverträglichkeit gilt nur dann als Ausschluss, wenn sie dem Versicherten bereits bei Vertragsschluss bekannt war oder damit gerechnet werden musste.

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Reise wird nicht unverzüglich storniert

Amtsgericht Hamburg-Sankt Georg, Urteil vom 12.2.2013 (Az.: 922 C 178/12)

Beim Auftreten von Komplikationen nach einer Operation vor einer geplanten Reise muss die Reiserücktrittsversicherung sofort informiert, beziehungsweise die Reise storniert werden. Ansonsten werden Stornokosten nur in der Höhe erstattet, wie sie zum Zeitpunkt der Komplikationen fällig gewesen wären.

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Reiserücktritt aufgrund einer Erkrankung der Schwiegermutter

Amtsgericht Kassel, Urteil vom 19.12.2012 (Az.: 435 C 2419/12)

Verschlechtert sich eine altersgerechte Erkrankung, die bisher unauffällig stabil verlief, handelt es sich um eine unerwartete schwere Erkrankung im Sinne der Bedingungen einer Reiserücktrittsversicherung.

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Reiserücktritt bei Rückenbeschwerden

Landgericht Duisburg, Urteil vom 12. 10. 2012 (Az.: 7 S 187/11)

Leidet ein Versicherter bei der Buchung einer Reise unter akuten Beschwerden einer Grunderkrankung, so hat er in der Regel keinen Anspruch auf Leistungen einer für die Reise abgeschlossenen Reiserücktrittskosten-Versicherung.

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Reiserücktritt bei separater Buchung von Flug und Unterkunft

Landgericht Hagen, Urteil vom 25. 1. 2012 (Az.: 10 O 195/11)

Werden Flug und Unterkunft einzeln gebucht, handelt es sich jeweils um separate Reisen im Sinne der Bedingungen einer Reiserücktrittsversicherung.

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Reiserücktritt wegen Rheuma-Rückfall

Landgericht Dortmund, Urteil vom 28.11.2011 (Az.: 2 S 42/11)

Eine unerwartete Verschlimmerung einer Grunderkrankung ist gleichzusetzen mit einer unerwarteten Erkrankung. Eine Reiserücktrittsversicherung muss in einem solchen Fall Stornokosten ersetzen.

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Reiserücktritt bei Alkoholkrankheit

Amtsgericht Mannheim, Urteil vom 9.11.2011 (Az.: 10 C 322/11)

Alkoholkranke müssen auch bei längerer Abstinenz jederzeit mit psychischen und physischen Folgen ihrer Erkrankung rechnen. Ein Rückfall stelle deshalb keine unerwartete Erkrankung dar, eine Reiserücktrittsversicherung kann für diesen Fall nicht in Anspruch genommen werden.

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Reiserücktritt wegen Thrombosegefahr

Landgericht Arnsberg, Urteil vom 8.9.2011 (Az.: 4 O 238/11)

Auch bei der plötzlichen erheblichen Verschlechterung einer bekannten oder auch chronischen Erkrankung, die vorher die Reisetauglichkeit nicht beeinträchtigte, besteht Versicherungsschutz. Maßgeblich ist die Wahrscheinlichkeit, mit der eine solche Verschlechterung zu erwarten war.

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Reiserücktritt wegen Organtransplantation

Landgericht Heidelberg, Urteil vom 11.08.2011 (Az.: 2 S 10/11)

Eine Organtransplantation ist keine unerwartete schwere Erkrankung sondern die Therapie für eine bereits bestehende Erkrankung. Deshalb kann man eine Reiserücktrittsversicherung nicht in Anspruch nehmen, wenn ein unerwarteter Transplantationstermin eine geplante Reise verhindert.

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Reiserücktritt eines GmbH-Geschäftsführers

Amtsgericht München, Urteil vom 22. 6. 2011 (Az.: 233 C 7220/11)

Ein GmbH-Geschäftsführer hat keinen Arbeitsvertrag, ihm kann daher nicht betriebsbedingt gekündigt werden. Folglich braucht eine Reiserücktrittsversicherung nicht zu zahlen, wenn der Wortlaut der Versicherungsbedingungen eine betriebsbedingte Kündigung verlangt.

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Alle Entscheidungen dienen der Information und stellen keine Rechtsberatung dar. Die Darstellung der Gerichtsurteile erfolgt ohne Gewährleistung, Ansprüche können daraus nicht abgeleitet werden.

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